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Glossar

Abschreibung

Als Abschreibung wird die Wertminderung von Unternehmensvermögen (Anlagevermögen und Umlaufvermögen) innerhalb eines Zeitraums bezeichnet. Die Abschreibung wird meist aus betriebswirtschaftlicher Sicht ermittelt und – unter Beachtung handelsrechtlicher Besonderheiten – als Aufwand in der Gewinnermittlung berücksichtigt. Es existieren die lineare und degressive Abschreibung, wobei letztgenanntes für Güter-Anschaffungen nach dem 01.01.2011 nicht mehr zulässig ist.

Bei der linearen Abschreibung werden die Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten des abzuschreibenden Wirtschaftsgutes (WG) gleichmäßig auf die Jahre der Nutzungsdauer aufgeteilt. Dabei wird jedes Jahr der gleiche Betrag abgeschrieben und am Ende der Nutzungsdauer ist das Wirtschaftsgut vollständig abgeschrieben.

Bei der degressiven Abschreibung (auch Abschreibung in fallenden Jahresbeträgen genannt) ist für die Anwendung der Abschreibungssatz der linearen Abschreibung und die Nutzungsdauer des Wirtschaftsgutes nötig. Aus den beiden Faktoren wird der prozentual konstante Abschreibungssatz für die degressive Abschreibung ermittelt und jedes Jahr erneut vom Restbetrag des Vorjahres subtrahiert. Am Ende der Nutzungsdauer bleibt das Wirtschaftsgut mit einem Restwert von einem Euro in der Bilanz stehen.

AIFM-Richtlinie

Richtlinie über die Verwalter alternativer Investmentfonds (engl.: Alternative Investment Fund Manager) – Die AIFM-Richtlinie wurde vom europäischen Parlament am 11.11.2010 beschlossen. Die Richtlinie sieht eine strengere Regulierung des Marktes der Vermögensanlagen vor. Betroffen sind alternative Investments, wie offene und geschlossene Fonds, die bisher noch nicht unter direkter Kontrolle der BaFin standen. Ziel ist die Herstellung von mehr Transparenz für den Anleger und einer effizienten Aufsicht über die alternativen Investments. Reguliert werden im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben nicht unmittelbar die Fonds, sondern ihre Manager. Die AIFM-Richtlinie regelt zum Beispiel, dass Verwalter geschlossener Fonds über eine bestimmte Menge Eigenkapital und kurzfristig verfügbare liquide Mittel verfügen müssen. Des Weiteren müssen sie eine Verwahrstelle einrichten, die unter anderem den Cash-Flow des Fonds überprüft. Außerdem werden explizite Vorgaben für das Risiko- und das Liquiditätsmanagement gemacht. Die einzelnen Länderparlamente haben bis 2013 Zeit, die Richtlinie in Länderrecht zu übertragen. In Deutschland arbeitet die Bundesregierung derzeit an der Novellierung des Finanzanlagenvermittler- und Vermögensanlagengesetzes.

Agio

Aufschlag: zusätzlicher Geldbetrag, der von einem Kapitalanleger zu der vereinbarten Kapitaleinlage an die Gesellschaft zu zahlen ist und generell kein Beteiligungskapital darstellt, sondern Bestandteil der Vermittlungsprovision ist.

Anleger

Der Anleger (auch Kapitalanleger oder Investor genannt), legt Geld am Kapitalmarkt an (er investiert). Anleger geschlossener Fonds werden Gesellschafter der Personengesellschaft. Ist der geschlossene Fonds in der Rechtsform einer Kommanditgesellschaft gegründet, nennt man diesen Gesellschafter Kommanditist. Man differenziert zwischen institutionellen (juristische Personen) und privaten (natürliche Personen) Anlegern.

Annuität

Gleichbleibende Leistungsrate für ein Darlehen, bei dem im Laufe der Zeit der Tilgungsanteil zunimmt und der Zinsanteil abnimmt.

Anteilsfinanzierung

Möglichkeit für Anleger zur Finanzierung des Eigenkapitalanteils (Nominalvolumen) durch Fremdkapital, welche i.d.R. von der Bonität des Anlegers abhängt.

Asset Management

Die professionelle Vermögensverwaltung (engl.: Asset Management) gehört zu den zentralen Finanzdienstleistungen. Im Mittelpunkt dieses Geschäftsfeldes der Finanzdienstleister steht die Verwaltung bedeutender privater und institutioneller in- und ausländischer Vermögen verschiedener Anlageklassen.

Ausschüttung

Ein Teil der Erträge aus einem geschlossenen Fonds, der meist jährlich an die Anleger (Gesellschafter) ausgezahlt wird. Der Betrag stammt im Vergleich zur Auszahlung aus einem handelsrechtlichem Gewinn und unterliegt im Falle einer Insolvenz nicht der Rückzahlungspflicht an Gläubiger.

BAFin

Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) wurde am 1. Mai 2002 als Nachfolgerinstitution des BAKred (ehemaliges Bundesaufsichtsamt für das Kreditwesen), des BAWe (Bundesaufsichtsamt für den Wertpapierhandel) und des BAV (Bundesaufsichtsamt für das Versicherungswesen) auf der Grundlage des „Gesetzes über die integrierte Finanzdienstleistungsaufsicht“ (FinDAG) vom 22. April 2002 gegründet.

Mit der Gründung der BaFin gibt es in Deutschland erstmals eine einheitliche staatliche Aufsicht für alle Bereiche des Finanzwesens (Allfinanzaufsicht), dazu zählen Kreditinstitute, Finanzdienstleistungsinstitute, Versicherungsunternehmen und Wertpapierhandelsunternehmen.

Beirat

Ein Beirat ist ein dauerhaft bestehendes Gremium mit beratender Funktion. Beiräte haben oft wenig oder keine Entscheidungsbefugnisse und Kontrollfunktion, sondern beschränken sich auf Beratungen und Empfehlungen.

Beitritt

Ein Anleger tritt einer Beteiligungsgesellschaft mit dem in dem Zeichnungsschein eingesetzten Betrag durch Unterzeichnung bei. Erst durch die Annahme durch den Treuhänder ist der Beitritt wirksam.

Beitrittserklärung

Zeichnungsschein, der dem Beteiligungsprospekt als Anlage beigefügt ist und mit dem man seinen Beitritt zur Gesellschaft erklärt.

Benchmark

Engl.: Beziehungsgröße, die dem Investor bei einem Investment als Basis für eine Erfolgsgröße dient. Mittels einer Benchmark wird ein Vergleich von Dienstleistungen, Produkten und Methoden ermöglicht.

Bereederung

Unter Bereederung versteht man die technische und kaufmännische Betriebsführung von Seeschiffen. Der Eigentümer des Schiffes kann die Bereederung einem Dienstleister übertragen. In diesem Fall nennt man den beauftragten Dienstleister Vertragsreeder oder Schiffsmanager.

Bietverfahren

Beim Bietverfahren wird vom Verkäufer häufig ein Mindestgebot vorgegeben. Kaufinteressenten können anschließend bis zum Handelsende Gebote auf die Beteiligung abgeben. Den Zuschlag erhält das höchste Gebot.

Betriebsergebnis

Das Betriebsergebnis ist eine betriebswirtschaftliche Kennzahl – Teil der Gewinn- und Verlustrechnung – und bezeichnet in der Regel den Gewinn vor Finanzergebnis, außerordentlichem Ergebnis und Steuern (EBIT – außerordentlichem Gewinn).

Blind Pool

Der Anleger investiert in einen geschlossenen Fonds, bei dem er zum Zeitpunkt der Anlageentscheidung nicht weiß, in welches Objekt bzw. welche Investitionsobjekte er investiert. Auswahlkriterien, nach denen das Fondsmanagement die zu erwerbenden bebauten oder unbebauten Grundstücke oder anderen Investitionsobjekte ankauft, sind regelmäßig im Emissionsprospekt umschrieben.

Betriebskosten

Kosten, die nach Abschluss der Investitionsphase mit der Aufrechterhaltung des operativen Geschäftsbetriebes eines Unternehmens verbunden sind (z.B. Kosten für Personal, Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen, Reparaturen, Versicherungen und Besichtigungen).

Bewirtschaftungsergebnis

Das Bewirtschaftungsergebnis beschreibt die Höhe der erwirtschafteten Einnahmen (Miete, Guthabenzinsen) über die Ausgaben (Fondskosten, Objektverwaltung, FK-Zinsen, nicht umlegbare Betriebsaufwendungen).

Blind Pool

Der Anleger investiert in einen geschlossenen Fonds, bei dem er zum Zeitpunkt der Anlageentscheidung nicht weiß, in welches Objekt bzw. welche Investitionsobjekte er investiert. Auswahlkriterien, nach denen das Fondsmanagement die zu erwerbenden bebauten oder unbebauten Grundstücke oder anderen Investitionsobjekte ankauft, sind regelmäßig im Emissionsprospekt umschrieben.

Börse

Eine Börse ist ein organisierter Markt für bestimmte Waren (Rohstoffe, Aktien, Anleihen, Fonds, Devisen, Derivate, etc.) an dem Nachfrage und Angebot zusammengeführt werden und so ein Handel stattfindet. An der Börse setzen Makler während definierter Handelszeiten Kurse (Preise) fest, die sich aus den bei ihnen vorliegenden Kauf- und Verkaufsaufträgen (Orders) ergeben.

Bonität

Bonität ist ein Synonym für Kreditwürdigkeit, welche auf Basis diverser Merkmale für jede juristische und natürliche Personen unterschiedlich ausfällt. Je besser die Bonität von Dritten beurteilt wird, desto einfacher ist es für die Person, sich einen Kredit zu verschaffen.

Briefkurs

Abk. Brief, ist der minimale Preis bzw. Kurs, zu dem Verkäufer bereit sind, ihre Beteiligung zu verkaufen.

Buchwert

Der Buchwert ist ein Wertansatz im Rahmen der Bewertung von Unternehmen oder einzelnen Wirtschaftsgütern. Handels- und steuerrechtlich bezeichnet der Buchwert die Anschaffungskosten eines einzelnen Wirtschaftsgutes abzüglich der (handelsrechtlichen) Abschreibungen bzw. (steuerrechtlichen) AfA. Der Buchwert weicht in der Regel vom tatsächlichen Wert (Steuerrecht: Teilwert bzw. gemeiner Wert) ab.

Cash-Flow

Der Cash-Flow ist eine wirtschaftliche Messgröße, die den aus der Geschäftstätigkeit erzielten Nettozufluss liquider Mittel während einer Periode darstellt. Er ist ein Indikator der Zahlungskraft bzw. der finanziellen Gesundheit eines Unternehmens und dient der Beurteilung des Innenfinanzierungspotenzials.

Dachfonds

Dachfonds investieren das Geld der Anteilseigner wiederum in andere Fonds, sog. Zielfonds. Dabei differenziert man je nachdem in welche Assetklasse der Dachfonds investiert z.B. nach Immobilien-, Schiffs- oder Misch-Dachfonds.

Devisentermingeschäft

Devisentermingeschäfte sind verbindliche Vereinbarungen eine Währung gegen eine andere Währung zu einem im Moment des Geschäftsabschlusses vereinbarten Termin und festgelegten Kurs zu tauschen.

Direktkommanditist

Ein Kommanditist, der sich direkt und nicht über einen Treuhänder an einer Gesellschaft beteiligt. Dieser wird im Gegensatz zu einem Treugeber selber als Gesellschafter im Handelsregister eingetragen.

Disagio

Differenz zwischen Rückzahlungsbetrag (Nominalbetrag) und niedrigerem Auszahlungsbetrag eines Darlehens. Zweck ist die Verringerung des Nominalzinses und unter bestimmten Umständen eine (einkommen-)steuermindernde Wirkung.

Doppelbesteuerungsabkommen (DBA)

Korrekt: Abkommen zur Vermeidung der Doppelbesteuerung – ist ein völkerrechtlicher Vertrag zwischen zwei Staaten, in dem geregelt wird, in welchem Umfang den Vertragsstaaten das Besteuerungsrecht für die in ihrem Hoheitsgebiet erzielten Einkünfte zusteht. Ein DBA soll vermeiden, dass natürliche und juristische Personen, die in beiden Staaten Einkünfte erzielen, in beiden Staaten – also doppelt – besteuert werden.

EBIT (Earnings Before Interests and Taxes)

EBIT ist eine betriebswirtschaftliche Kennzahl und sagt etwas über den betrieblichen Gewinn eines Unternehmens in einem bestimmten Zeitraum aus.

EBIT heißt wörtlich übersetzt „Gewinn vor Zinsen und Steuern“. In der praktischen Anwendung hat es jedoch die Bedeutung von „Gewinn vor Finanzergebnis, außerordentlichem Ergebnis und Steuern“. Es werden also außerordentliche (einmalige) Kosten und Aufwendungen ebenso ignoriert wie Zinsen, sonstige Finanzierungsaufwendungen oder -erträge und Steuern, da diese Positionen nicht durch die eigentliche betriebliche Tätigkeit entstanden sind. Es stellt somit den operativen Gewinn abzüglich des außerordentlichen Gewinns und somit das operative Ergebnis dar.

Eigenkapital

Beim Eigenkapital handelt es sich um die in einem Unternehmen angelegten Mittel, die den Eigentümern (z. B. Aktionären, Gesellschaftern und ggf. konzernfremden Miteigentümern) gehören. Dazu zählen in einer an der handelsrechtlichen Bilanz orientierten Sichtweise vor allem das eingezahlte Kapital (Gesellschaftskapital; bei einer Aktiengesellschaft spricht man von Grundkapital, bei einer GmbH vom Stammkapital), die gesetzlichen, satzungsgemäßen und freien Rücklagen sowie ein etwaiger Bilanzgewinn bzw. -verlust.

Einheitskursverfahren

Beim Einheitskursverfahren werden die Gebote zunächst in einem nicht öffentlichen Orderbuch gesammelt. Nach Ablauf der Handelsfrist erfolgt der Zuschlag dann zu dem Preis, der zum größtmöglichen Umsatz führt (Meistausführungsprinzip).

Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung

Eine der sieben Einkunftsarten (§ 2 EStG). Sie werden ermittelt als Überschuss der Einnahmen über die Werbungskosten und stellen somit Überschusseinkünfte und keine Gewinneinkünfte dar.

Eintragung in das Handelsregister

In der Regel ist die Treuhandgesellschaft treuhänderisch als Kommanditistin für den Anleger (Treugeber) im Handelsregister eingetragen. Jedoch können sich Anleger auch direkt im Handelsregister eintragen lassen (Direktkommanditist).

Emission

Emission bezeichnet die Ausgabe von Wertpapieren (Aktien, Fondsanteile, Anleihen, Geld) an einem organisierten Kapitalmarkt (bspw. Börse). Der Erlös der emittierten Wertpapiere bildet oder erhöht das Eigenkapital (z.B. bei Aktien) oder das Fremdkapital (z.B. bei Anleihen) des Emittenten.

Die neuen Inhaber der Wertpapiere nennt man Zeichner, die Beantragung von Wertpapieren Zeichnung.

Emissionshaus

Gesellschaft, die geschlossene Fonds konzipiert, den Fondsprospekt erstellt und Fondsanteile ausgibt.

Emissionsprospekt

Ein Emissionsprospekt oder Wertpapierverkaufsprospekt (kurz: Verkaufsprospekt) ist eine beschreibende, verbindliche Broschüre, die begleitend zu einer Emission am Finanzmarkt erstellt und veröffentlicht wird. Es enthält die wesentlichen Eckdaten und Verträgen der angebotenen Beteiligung und Angaben zum Anbieter (Emittenten), die nach der jeweils gültigen Gesetzgebung (in Deutschland: nach dem Wertpapier-Verkaufsprospektgesetz und dem Verkaufsprospektgesetz) vorgeschrieben sind. Er dient dazu, die potenziellen Investoren über alle Eigenschaften, Chancen und Risiken des Wertpapiers zu informieren. Der Emissionsprospekt wird durch die BaFin auf formale Vollständigkeit, Kohärenz und Verständlichkeit, nicht jedoch auf inhaltliche Richtigkeit geprüft.

Ertragswertverfahren

Eines der gängigsten Unternehmenswert-Ermittlungsverfahren. Bei diesem Verfahren wird auf der Basis einer Plan-Gewinn- und Verlustrechnung und mittels der Abzinsung der daraus errechneten zukünftigen Ertragsüberschüsse der Wert des Eigenkapitals zum Bewertungsstichtag berechnet. Es wird somit davon ausgegangen, dass der Unternehmenswert sich hauptsächlich aus dem Potenzial, zukünftig Gewinne zu erwirtschaften, ergibt.

Facility Management

Verwaltung und Bewirtschaftung von Gebäuden, Anlagen und Einrichtungen. Dazu gehören technische, infrastrukturelle und kaufmännische Aufgaben, die nicht in das Kerngeschäft einer Organisation fallen, sondern diese unterstützen.

Festpreisverfahren

Beim Festpreisverfahren wird Verkaufsinteressenten ein zeitlich befristetes Kaufangebot für ihre Beteiligung unterbreitet.

Finanz- und Investitionsplan

Der Plan besteht aus zwei Elementen: Unter „Mittelherkunft“ wird die Herkunft der für die geplante Investition erforderlichen Mittel (Kommanditeinlagen, Agio und Bankdarlehen) dargestellt („Finanzplan“). Unter „Mittelverwendung“ wird die Verwendung dieser Mittel für die Durchführung der Investition dargestellt, unter Aufschlüsselung der einzelnen Investitionskosten („Investitionsplan“).

Fonds

Ein Fonds bezeichnet z.B. eine Geldsammelstelle für Kapitalanleger in Form eines Investmentfonds, verwaltet von Kapitalanlagegesellschaften, oder eine Kapitalanlage in geschlossene Fonds.

Fondsgesellschaft

Die Gesellschaft an der sich die Anleger (Investoren) gesellschaftsrechtlich beteiligen.

Fondsliquidation

Nach Veräußerung seiner Investitionsobjekte wird der Fonds liquidiert (aufgelöst) und die Gesellschafter erhalten ihrem Gesellschaftsanteil entsprechende Liquidationsausschüttungen.

Fondsmanager

Fondsmanager im Sprachsinn sind auch die als professionelle Vermögensverwalter tätigen Personen, welche das investierte Vermögen der Anleger insb. von Geldmarktfonds, Rentenfonds, Aktienfonds, Immobilienfonds, Mischfonds oder Dachfonds professionell verwalten und überdurchschnittlich vermehren sollen. Sie werden dazu nahezu immer an einer Benchmark gemessen. Sie verwalten das Investmentvermögen, indem sie versuchen, unter Berücksichtigung der Chancen und der eingegangenen Risiken das Anlagevermögen möglichst rentabel anzulegen und treffen die konkrete Entscheidung darüber, in welche Kapitalanlagen ein Fonds investiert.

Fondsrating

Systematische Bewertung von Fonds, d.h. keine Bewertung der Wertentwicklung, sondern vielmehr eine Betrachtung der Fondsdetails. Leistungskriterien sind beispielsweise Performance, Anlagestrategien, Fondsmanagement und Risiko eines Fonds.

Fondsvolumen

Besteht zum einen aus dem in die Fondsgesellschaft eingebrachten Kapital der Anleger (Eigenkapital) und zum anderen aus dem durch Dritte zur Verfügung gestellten Fremdkapital.

Fremdkapital

Das Fremdkapital stellt einen Teil der Bilanz eines Unternehmens dar und wird auf der Seite der Passiva aufgeführt. Es stellt den Teil der Mittel dar, der nicht vom Unternehmen oder dessen Inhabern zur Verfügung gestellt wird. Hierzu zählen unter anderem Darlehen von Banken.

Fungibilität

Fungibilität bezeichnet die Eigenschaft von Gütern, Devisen und Wertpapieren leicht austauschbar zu sein. Die Fungibilität wird der Gattung (geschlossene- und offene Fonds, Aktien, Optionen etc.) nach bestimmt und ist die Voraussetzung für einen funktionierenden Börsenhandel.

Gesellschafter

Anleger eines geschlossenen Fonds. Siehe Anleger.

Gesellschafterversammlung

Versammlung der Anleger (Gesellschafter) in der jeder Anleger durch Ausübung seines Stimmrechts Einfluss auf die Entscheidung der Gesellschaft nehmen kann. Sie ist wesentlich durch den Gesellschaftsvertrag geregelt und wird entweder als ordentliche (regelmäßig) oder außerordentliche (unregelmäßige) Versammlung abgehalten. Die Durchführung findet häufig nicht persönlich, sondern im schriftlichen Umlaufverfahren statt.

Generalmietvertrag

Ein Mietvertrag, den eine Gesellschaft mit dem Eigentümer über die Gesamtheit der zu vermietenden Flächen eines oder mehrerer Objektes bzw. Objekte, für einen feststehenden Mietzins und eine vereinbarte Zeitdauer, abschließt.

Geschlossener Fonds

Bei den geschlossenen Fonds kann in der Regel, anders als bei Investmentfonds (offene Fonds), nur im Platzierungszeitraum investiert werden und danach wird der Fonds geschlossen. Die „Rücknahme der Beteiligung“ ist in der Regel im Vergleich zu offenen Fonds ausgeschlossen und kann nur über die Veräußerung der Beteiligung über den Zweitmarkt erfolgen. Der Erwerber eines Anteils an einem geschlossenen Fonds wird Unternehmer (in der Regel Kommanditist) mit allen Chancen und Risiken und ist im Vergleich zu Zeichnern von offenen Fonds selber Steuersubjekt.

Geschlossener Immobilienfonds

Beim geschlossenen Immobilienfonds investiert der Kapitalanleger in Immobilien, i. d. R. in in- oder/und ausländische Gewerbeimmobilien, wie Büro-, Einzelhandels-, Logistik- oder/und Wohnobjekte. Siehe auch Geschlossene Fonds.

Geschäftsbesorgung

Ein Geschäftsbesorgungsvertrag ist ein Dienst- oder Werkvertrag (§§ 611 und 631 BGB), durch den sich der Beauftragte zur entgeltlichen Besorgung eines ihm von dem Auftraggeber übertragenen Geschäfts verpflichtet (§ 675 BGB). Hierbei umfasst der Begriff der Geschäftsbesorgung, anders als beim Auftrag, nur selbständige Tätigkeiten auf rechtlichem oder wirtschaftlichem Gebiet. Einer Vollmacht liegt in der Regel ein Geschäftsbesorgungsvertrag zugrunde, wenn Entgeltlichkeit vereinbart ist.

Gesellschaftskosten

Subsumierung diverser indirekter Kosten des geschlossenen Fondsobjektes, wie z.B. Kosten für die Buchhaltung, Erstellung und Prüfung des Jahresabschlusses, Steuerberatung, Treuhandvergütung und Komplementärvergütung.

Gesellschaftsvertrag

Ein Gesellschaftsvertrag regelt die Rechte und Pflichten von Gesellschaftern, die sich zum Zweck der gemeinsamen Verfolgung eines wirtschaftlichen Zieles in einer Gesellschaft zusammengeschlossen haben.

Inhalte des Gesellschaftsvertrages sind beispielsweise

1. die Vertretung der Gesellschaft im Außenverhältnis,

2. die Befugnisse der Gesellschafter im Innenverhältnis,

3. die Frage der Haftung,

4. die Verteilung des Gewinnes.

Sollte im Gesellschaftsvertrag nichts geregelt sein, gelten z.B. bei der OHG oder KG die Regelungen des Handelsgesetzbuches.

GmbH & Co. KG

Eine Rechtsform, die in ihrer Beschaffenheit eine Kommanditgesellschaft (Personengesellschaft) ist und an der eine GmbH (Kapitalgesellschaft) als Komplementär, d.h. als persönlich haftender Gesellschafter, allein oder zusammen mit anderen Komplementären beteiligt ist. Durch diese Gesellschaftsform wird bezweckt, dass die Haftung beim Komplementär, wie bei den Kommanditisten, nur auf ihr Gesellschaftskapital begrenzt ist.

Geldkurs

Der Geldkurs (Abk. Geld), ist der maximale Preis bzw. Kurs, zu dem Käufer bereit sind, eine Beteiligung zu kaufen.

Grundbuch

Ein Grundbuch ist ein amtliches öffentliches Verzeichnis von Grundstücken, in dem unter anderem die Eigentumsverhältnisse sowie etwaige damit verbundenen Rechte und auf ihm liegende Lasten erfasst werden. Es hat verbindliche Wirkung bezüglich der Rechte und Lasten, nicht immer aber – abhängig vom Staat, in dem es geführt wird – auch bezüglich der Lage und des Flächenausmaßes der darin verzeichneten Grundstücke.

Geschlossener Schiffsfonds

Beim geschlossenen Schiffsfonds investiert der Kapitalanleger in Schiffe, i. d. R. in Container-, Bulk-, Tank- oder sonstige Spezialschiffe. Siehe auch Geschlossene Fonds.

Grundschuld

Die Grundschuld ist nach deutschem Sachrecht das dingliche Recht, aus einem Grundstück oder grundstücksgleichem Recht (z.B. Wohnungseigentum oder Erbbaurecht) die Zahlung eines bestimmten Geldbetrages zu fordern.

Grundsteuer

Die Grundsteuer ist eine Steuer auf das Eigentum an Grundstücken (Substanzsteuer). Die Grundsteuer wird von den Gemeinden und Städten erhoben; sie gehört also zu den Gemeindesteuern. Geregelt ist die Grundsteuer in Art. 106 VI GG und im Grundsteuergesetz (GrStG).

Gründungskosten

Enthält die Kosten der Gesellschaftsgründung sowie die Kosten im Zusammenhang mit der Fondskonzeption und Prospekterstellung.

Haftsumme/Hafteinlage

Der Betrag, mit dem ein Gesellschafter im Handelsregister eingetragen ist und der die Haftung dieses Gesellschafters gegenüber Gläubigern der Kommanditgesellschaft begrenzt. In der Regel wird im Gesellschaftsvertrag geregelt, dass die Haftsumme geringer als die Pflichteinlage (Zeichnungssumme) eines Kommanditisten ist. Wenn dem nicht so ist entspricht die Zeichnungssumme der Haftsumme.

Haftung des Kommanditisten

Nach der vollständigen Erbringung der Kommanditeinlage ist die Haftung der Kommanditisten bis auf die Wiedereinlage erfolgter Auszahlungen gem. § 161 Abs. I i.V.m. § 172 Abs. IV HGB ausgeschlossen.

Handelsregister (HR)

Öffentlich geführtes Verzeichnis für Kaufleute und Handelsgesellschaften einer bestimmten geografischen Region, das eine Publikations-, Beweis-, Kontroll- und Schutzfunktion erfüllen soll. In das beim Registergericht (Amtsgericht) geführte Handelsregister sind bestimmte Vorgänge einzutragen, deren Eintragungspflicht sich aus dem Handelsgesetzbuch und verschiedenen anderen Gesetzen ergibt.

Hypothekendarlehen

Eine Hypothek ist ein beschränktes, dingliches Recht an einem Grundstück. Sie erlaubt es dem Hypothekengläubiger, sich aus dem Grundstück durch dessen Verwertung zu befriedigen, wenn die bestehende Forderung fällig gestellt ist. Die Hypothek zählt damit zu den Grundpfandrechten. Im Bankwesen wird die Hypothek als Sicherungsmittel für Kredite eingesetzt. Außerhalb der juristischen Fachsprache wird daher häufig nicht nur das Grundpfandrecht, sondern auch das damit verbundene Darlehen als Hypothek bezeichnet.

Initiator

Siehe Emissionshaus.

Instandhaltungsrücklage

Die Instandhaltungsrücklage ist im § 21 Abs. 5 Nr. 4 Wohnungseigentumsgesetz (WEG) geregelt. Danach handelt es sich um die vorgeschriebene Ansammlung einer angemessenen Geldsumme, aus der notwendige Instandsetzung und Instandhaltung, gegebenenfalls auch die modernisierende Instandsetzung, am gemeinschaftlichen Eigentum zukünftig finanziert werden.

Investitionsvolumen

Das Investitionsvolumen setzt sich aus dem Eigenkapital der Anleger und dem Fremdkapital durch Dritte zusammen. Bei reiner Eigenkapitalfinanzierung spricht man bei geschlossenen Fonds von Eigenkapitalfonds.

Jahresüberschuss

Der Jahresüberschuss bezeichnet in der Buchführung das nach handelsrechtlichen Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätzen ermittelte positive Ergebnis eines Geschäftsjahres. Als Ergebnis der Gewinn- und Verlustrechnung zeigt es an, welchen Gewinn ein Unternehmen in der laufenden Periode erwirtschaftet hat.

Kapitalmarkt

Der Kapitalmarkt ist ein Teil des Finanzmarkts und besteht aus der Gesamtheit aller Institutionen und Transaktionen, die der Zusammenführung von Angebot und Nachfrage nach mittel- und langfristigem (Finanz-)Kapital dienen. Dazu zählt beispielsweise der Markt für langfristige Kredite, bezeichnet als Rentenmarkt, und der Aktienmarkt, bezeichnet als Beteiligungskapital.

Kaufpreisfaktor

Multiplikator zur Ermittlung eines Kaufpreises, mit dem die im Zeitpunkt des Verkaufs vorliegenden Nettomieteinnahmen multipliziert werden. Der Kaufpreis dividiert durch seine Jahreseinnahmen (Nettomiete, Charter, etc.) ergibt den Kaufpreisfaktor.

Kapitalrückfluss

Summe der an den Anleger gezahlten laufenden Auszahlungen und Ausschüttungen, dem Anteil am Verkaufserlös des Fondsobjektes und den Steuerminderungen.

Kaufpreisfaktor

Multiplikator zur Ermittlung eines Kaufpreises, mit dem die im Zeitpunkt des Verkaufs vorliegenden Nettomieteinnahmen multipliziert werden. Der Kaufpreis dividiert durch seine Jahreseinnahmen (Nettomiete, Charter, etc.) ergibt den Kaufpreisfaktor.

KfW

„Kreditanstalt für Wiederaufbau“ – Deutschlands größte Förderbank.

Klasse

Die von Klassifikationsgesellschaften erteilte und in Register und Zertifikate eingetragene Klasse definiert die Bauausführung und den Erhaltungszustand von Schiffskörper und Ausrüstung.

Klassezeichen

Buchstaben- und Zifferkombination, welche die Bauausführung und den Erhaltungszustand von Schiffskörper und Ausrüstung ausdrückt.

Klassifikationsgesellschaft

Eine Art TÜV für Schiffssicherheit, -konstruktion, -technik und Meerestechnik. Organ für die Zertifizierung nach international standardisierten Management- und Qualitätssystemen (z.B. ISO-Normen).

Kommanditbeteiligung

Siehe Nominalbeteiligung.

Kommanditgesellschaft (KG)

Personengesellschaft, die zwei Arten von Gesellschaftern hat: Solche, die unbeschränkt mit ihrem gesamten Vermögen haften (Komplementär) und solche, deren Haftung auf eine bestimmte, im Handelsregister eingetragene Kapitaleinlage beschränkt ist (Kommanditisten). Zur Beschränkung der Kapitaleinlage siehe Haftsumme.

Kommanditist

Gesellschafter einer Kommanditgesellschaft (Personengesellschaft), der grundsätzlich nur bis zur Höhe seiner Kommanditeinlage haftet (Anleger). Zur Haftung siehe Haftung eines Kommanditisten.

Kommanditkapital / Kommanditeinlage

Von Kommanditisten (Gesellschafter des Fonds) in die Gesellschaft eingebrachtes Kapital, auf das sich Angaben zum Besitz von Anteilen des Unternehmens beziehen. Siehe auch Kommanditbeteiligung.

Komplementär

Eine von zwei Gesellschafterarten in einer Kommanditgesellschaft, welche im Gegensatz zum Kommanditisten voll haftet. Bei Beteiligungsgesellschaften in der Rechtsform der GmbH & Co. KG ist der Komplementär eine GmbH (Kapitalgesellschaft) und die Haftung beschränkt sich somit nur auf das Vermögen der Gesellschaft.

KWG-Pflicht

Auch: KWG-Erlaubnis: Wer im Inland Bankgeschäfte betreiben oder Finanzdienstleistungen erbringen will, bedarf der Erlaubnis der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) (§ 32 KWG). Geschlossene Fonds werden ebenfalls als Finanzinstrumente eingestuft und unterliegen daher der Kreditwesengesetzes-Pflicht (KWG-Pflicht). Allerdings sieht das Gesetz einen Ausnahmekatalog von dieser Erlaubnispflicht vor.

Konzeption

Bezeichnung für die Gestaltung einer Investition. Hierunter fallen alle relevanten Vorarbeiten, Ausarbeitungen und Kalkulationen sowie das fertige Finanzierungsmodell.

Leistungsbilanz

Gegenüberstellung der prospektierten und tatsächlichen Fondsergebnisse. Ermöglicht dem Anleger die Überprüfung, ob Ausschüttungen, Tilgungen etc. eines geschlossenen Fonds im, über oder unter Plan liegen.

Liquidität

Der Begriff Liquidität bezeichnet in seiner allgemeinen Bedeutung die Fähigkeit, im Markt ein Wirtschaftsgut schnell gegen ein anderes zu tauschen. Mit Ausnahme des Tauschmarktes ist mindestens eines der beiden Wirtschaftsgüter ein geldwertes Zahlungsmittel. Liquidität bezeichnet deshalb auch die Verfügbarkeit über genügend Zahlungsmittel. Neben dieser Verfügbarkeit muss aber auch ein Tauschpartner gefunden werden, welcher die gewünschte Transaktion gegen Geld abwickelt.

Liquiditätsreserve

Die Liquiditätsreserve bildet als Geldmittelreserve der Beteiligungs- oder Fondsgesellschaft einen monetären Puffer für unvorhergesehene Ausgaben/Vorkommnisse.

Meistausführungsprinzip

Ist eine Methode der Kursfeststellung, um beispielsweise den Einheitskurs festzustellen. Hierbei werden die Kauf- und Verkaufsorders in einem Orderbuch gesammelt und einander gegenübergestellt Der Makler ermittelt dann aus der Orderlage den Kurs, zu dem der größtmögliche Umsatz erzielt werden kann.

Mindestbeteiligung

Die minimal mögliche Zeichnungssumme (Kommanditanteil) für Anleger, um den Verwaltungsaufwand für das Fondsmanagement in angemessener Relation zu halten.

Mittelverwendungskontrolle

Sicherstellung der zweckgerechten Verwendung der von den Anlegern auf ein Treuhandkonto geleisteten Einlagen durch einen Wirtschaftsprüfer, Steuerberater, Rechtsanwalt oder entsprechende Zusammenschlüsse während der Investitionsphase eines Fonds.

Nominalbeteiligung

Ursprünglich gezeichnete Beteiligungshöhe eines Anlegers. Synonyme sind: Zeichnungssumme, Kommanditbeteiligung und Kommanditeinlage, wobei die letzten beiden Synonyme nur bei Kommanditgesellschaften und GmbH & Co. KG Anwendung finden. Die Höhe der Nominalbeteiligung ist für den Anteil des Kommanditisten am Ergebnis (Gewinn oder Verlust) und am Vermögen der Kommanditgesellschaft sowie für die Verwaltungsrechte des Kommanditisten (wie z.B. das Stimmrecht) von Bedeutung.

Nebenkosten

Alle dem Fonds zuzuordnenden Kosten wie z.B. Agio, Konzeptions- oder Vertriebskosten, die nicht direkt dem Investitionsgegenstand zuzurechnen sind.

Nominalbetrag

Der im Darlehensvertrag vereinbarte Nennbetrag eines Darlehens. Der Auszahlungsbetrag liegt gegebenenfalls unter dem Nominalbetrag (Auszahlungskurs). Die Differenz wird als Disagio bzw. Damnum oder Abgeld bezeichnet. Siehe dazu Disagio.

Nominalkapital

Siehe Kommanditkapital.

Nominalzins

Der Nominalzins ist ein Teil des Effektivzinses und ist gemäß Darlehensvertrag der laufend zu entrichtende Zins. In der Regel ist er variabel, indem er an den EURIBOR plus einen der Bonität entsprechenden Aufschlags gekoppelt ist. Er kann jedoch auch festgeschrieben werden. Er ist die sich im Zeitablauf verringernde Komponente eines Annuitätendarlehens.

Offener Fonds

Bei offenen Fonds handelt es sich um Kapitalgesellschaften in der Form von Sondervermögen, die eine unbegrenzte Anzahl von Investoren zu jeder Zeit zulässt und in der Regel aufgrund gesetzlicher Regelungen in eine sehr breite Wirtschaftsgüter-Streuung investiert. Die Veräußerbarkeit eines offenen Fonds erfolgt entweder über eine Börse oder die Anteilsrücknahme zu einem börsentäglich veröffentlichen Rücknahmepreis der Kapitalanlagegesellschaft. Unter bestimmten Bedingungen kann jedoch die Anteilsrücknahme ausgesetzt werden, wodurch der offene Fonds „geschlossen“ wird. Dies stellt jedoch nicht die Transformierung in einen geschlossenen Fonds dar, da sich beide Fondstypen konzeptionell sehr stark unterscheiden. Des Weiteren erzielen Anleger offener Fonds Einkünfte aus Kapitalvermögen und nicht wie beispielsweise bei geschlossenen Immobilienfonds aus Gewerbe oder Vermietung und Verpachtung.

Pflichteinlage

Die Pflichteinlage entspricht dem gezeichneten Kapital (Kommanditbeteiligung) und stellt eine Verpflichtung im Innenverhältnis dar. Wird im Gesellschaftsvertrag keine Pflichteinlage vereinbart, dann kann unterstellt werden, dass diese mit der Haftsumme, welche die Verpflichtung gegenüber Dritten darstellt, identisch ist. Siehe auch Haftsumme.

Platzierungsgarantie

Zusicherung des Initiators gegenüber der Gesellschaft, dass im Falle der Nicht-Zeichnung des vollständigen Kommanditkapitals, das restliche Kapital von ihr eingebracht wird. Dies bedeutet zusätzliche Sicherheit für den Anleger, da das Erreichen des Investitionsziels gewährt ist.

Portfoliotheorie

Ist eine auf Harry M. Markowitz (1952, Nobelpreis im Jahr 1990) zurückzuführende Theorie, welche die optimale Mischung von Wertpapieren beschreibt. Sie sagt aus, dass mittels einem festen zur Verfügung stehenden Betrag und einer breiten Diversifikation in Wertpapiere (Anlagen), das Risiko im Portfolio verringert werden kann ohne die zu erwartende Rendite zu schmälern. Voraussetzung hierfür ist, dass die Wertpapiere nicht perfekt positiv korreliert sind. Siehe auch Risikodiversifikation.

Preisfindungsverfahren

Es gibt diverse Verfahren zur Ermittlung eines Kaufpreises bei Zusammenführung von Angebot und Nachfrage. Siehe dazu Bietverfahren, Einheitskursverfahren und Festpreisverfahren.

Private Placement

Unter einem Private Placement wird der private (nicht öffentliche) Verkauf von Vermögensgegenständen verstanden. Geschlossene Fonds die als Private Placement konzipiert sind zeichnen sich meist durch eine schlankere Kostenstruktur und durch eine z.T. deutlich höhere Mindestbeteiligung aus. Des Weiteren muss der Emissionsprospekt nicht durch die BaFin kontrolliert werden was zur Folge hat, dass die Prospekte weniger umfangreich und auch aussagekräftig sind.

Prognoserechnung

In der prognostizierten Liquiditätsrechnung werden die kalkulierten Einnahmenüberschüsse der Fondsgesellschaft dargestellt, aus denen die prognostizierten Ausschüttungen der Fondsgesellschaft an die Anleger gezahlt werden sollen. In der steuerlichen Prognose wird auf Basis der prognostizierten Liquiditätsrechnung das voraussichtliche steuerliche Ergebnis dargestellt.

Progressionsvorbehalt

Die steuerlichen Ergebnisse der Anleger aus den meisten Auslands-Beteiligungen sind durch Doppelbesteuerungsabkommen (DBA) von der deutschen Besteuerung freigestellt. Die Einkünfte unterliegen jedoch nach § 32b EStG dem Progressionsvorbehalt, d.h. das steuerliche Ergebnis aus der Beteiligung wird zur Ermittlung des Steuersatzes zum in Deutschland steuerpflichtigen Einkommen addiert und der daraus resultierende Steuersatz wird dann auf das in Deutschland steuerpflichtige Einkommen angewandt.

Prolongation

Unter Prolongation versteht man im Finanz- und Bankwesen die Verlängerung von Krediten, Geldanlagen und Wechseln. Im Allgemeinen wird hierunter im Finanzwesen die Laufzeitverlängerung eines Rechtsverhältnisses, insbesondere bei Zahlungs- und Liefervereinbarungen, verstanden.

Prospekt

Siehe Emissionsprospekt.

Prospekthaftung

Bedeutet, der Emittent eines Wertpapiers und das Konsortium haften für entstandene Schäden, wenn der Emissionsprospekt unwahre oder irreführende Angaben zum Nachteil von Käufern der Neuemission enthält. Dies ist in Deutschland unter anderem im Börsengesetz und Vermögensanlagegesetz (seit 01.06.2012; vorher Verkaufsprospektgesetz) geregelt. Da der Prospekt wichtige Grundlage für die Anlageentscheidung des Käufers ist, soll er alle wesentlichen Angaben enthalten, die jenem ein zutreffendes Urteil über den Emittenten und die Wertpapiere ermöglichen. Bei nicht börsenbezogenen Anlageformen muss der Prospekt grundsätzlich vollständig und richtig sein. Der Haftungsumfang ist sehr weit gestaltet worden: Es haften Gründer, Initiatoren, Hintermänner, die übrigen Garanten des Prospekts, ggf. auch Treuhänder, allerdings nicht die Beiratsmitglieder.

Prospektprüfung

Unter der Prospektprüfung versteht man die Kontrolle eines Wertpapierprospekts auf Vollständigkeit, Kohärenz (Zusammenhang) und Vollständigkeit. Jedoch nicht auf Korrektheit der wirtschaftlichen Angaben. Generell gilt, dass kein Prospekt veröffentlicht wird, bevor er nicht von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) überprüft wurde. Sind alle Voraussetzungen erfüllt und die Richtlinien eingehalten worden, spricht die BaFin ihre Billigung für den jeweiligen Prospekt aus. Die Mitteilung über die Entscheidung der BaFin hat innerhalb von zehn Tagen nach Eingang des Prospekts dem Anbieter bzw. Zulassungsantragsteller zuzugehen.

Publikumsfonds

Der Publikumsfonds steht im Gegensatz zum Private Placement grundsätzlich jedem Anleger zur Zeichnung offen und ermöglicht mit seiner in der Regel niedrigeren Mindestbeteiligung vielen Anlegern den Erwerb.

Refinanzierung

Als Refinanzierung bezeichnet man die Wiederbeschaffung von Geld, welches z.B. von Investoren in Projekte investiert oder von Banken in Form von Krediten ausgeliehen wurde. Hat eine Bank Gelder an Kreditnehmer ausgezahlt, kann sie sich u.a. über die Emission von festverzinslichen Wertpapieren wieder eindecken (refinanzieren) und erhält somit den Spielraum, weitere Kredite zu gewähren.

Rendite

Die Rendite gibt das Verhältnis der Einzahlungen zu den Auszahlungen an und wird meist in Prozent und per anno angegeben. Da sich die Rendite meist auf einen jährlichen Kapitalertrag bezieht, kann sie mit der Kennzahl Rentabilität, welche sich auf einen Unternehmenserfolg bezieht, nicht gleichgesetzt werden. Die bekannteste Renditekennzahl ist der Zinssatz. Der Begriff der Rendite ist jedoch nicht scharf definiert, wodurch die Einordnung in einen bestimmten Markt nicht möglich ist.

Rücklagen

Gehören zum Eigenkapital einer Kapitalgesellschaft. Sie werden entweder auf speziellen Rücklagenkonten offen ausgewiesen oder finden sich in Form von stillen Reserven in bestimmten Aktiv- oder Passivposten der Bilanz wieder. Rücklagen dienen zum einen dazu, für ungewiss auftretende Krisenzeiten Verluste ausgleichen zu können, ohne das Nominalkapital anzugreifen, und zum anderen dazu, die haftenden Mittel zu erhöhen. Rücklagen werden entweder aus nicht ausgeschütteten Gewinnen oder aus dem Agio bei Eigenkapitaleinzahlung gebildet.

Risikodiversifikation

Als Risikodiversifikation bezeichnet man die Reduzierung eines Anlageportfolios, wenn man zwei oder mehr Anlagen miteinander in einem Portfolio kombiniert. Das so gewonnene Portfolio hat ein geringeres Risiko als die beiden einzelnen Anlagen. Voraussetzung ist, dass sie nicht 100% positiv korreliert sind; Bei Anlagen, deren Renditen 100% negativ korrelieren, ist das Portfolio risikolos, da sich die negativen Renditen der einen Anlage mit den positiven Erträgen der anderen Anlage vollständig kompensieren. Korrelationskoeffizienten zwischen 1 und -1 sind jedoch der realistischere.

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